Freitag, 16. November 2007

Fahrrad-Triebtäter wegen sexueller Ruhestörung verurteilt

Ein Schotte, der sexuelle Handlungen an seinem Fahrrad vornahm, musste sich nun wegen "sexueller Ruhestörung" vor Gericht verantworten. Der Mann wurde verurteilt - und findet ob seiner bizarren Liaison mit dem Drahtesel keinen Frieden mehr.

Ayr - Den beiden weiblichen Reinigungskräften eines kleinen Hotels im schottischen Ayr bot sich ein befremdlicher Anblick, als sie die Tür zum Zimmer des Hotelgastes Robert Stewart aufschlossen. Der 51-Jährige stand mit heruntergelassenen Hosen vor einem Fahrrad und bewegte dabei seine Hüften, wie der britische "Telegraph" berichtet, in eindeutiger Weise.

Die Frauen, die sich nach mehrmaligem Klopfen mit einem Zentralschlüssel Zugang zum Zimmer verschafft hatten, riefen die Polizei. Robert Stewart musste sich wegen "sexueller Ruhestörung" und eines weiteren tätlichen Angriffs vor Gericht verantworten - und wurde zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Das Urteil löste in Großbritannien offenbar Kritik an der, wie der "Telegraph" schreibt, "Gaga"-Rechtssprechung des Landes aus. Das Gericht führte jedoch an, Stewart habe das Klopfen der beiden Frauen absichtlich überhört und die schockierende Konfrontation bewusst provoziert, was Stewart einen Eintrag ins Triebtäter-Register bescherte.

"Ich dachte, nach fast vierzig Jahren bei Gericht seien mir sämtliche Perversionen der Menschheit begegnet, aber das ist selbst für mich neu", sagte Richter Colin Miller dem "Telegraph". "Ich habe noch nie von einem Fahrrad-Triebtäter gehört."

Der Angeklagte gab vor Gericht an, es handele sich um ein Missverständnis, er habe an dem Abend zuviel getrunken. Die Behauptung, er habe tatsächlich Sex mit einem Fahrrad gehabt, sei "vollkommener Blödsinn".

Verteidiger Gerry Tierney beschrieb seinen Mandanten als "traurigen kleinen Mann", der versuche, sein Alkoholproblem in den Griff zu kriegen. "Als die Angestellten das Zimmer betraten, dachte er, er könnte sich einen Spaß mit ihnen erlauben."

Mittlerweile sei Stewart aber nicht mehr vom Spaßpotential des Vorfalls überzeugt. Schon dreimal habe er den Wohnort wechseln müssen, weil er überall erkannt werde. Ein Sozialarbeiter soll sich nun um Stewart kümmern - sollte er rückfällig werden, droht ihm eine Gefängnisstrafe.

Es ist nicht das erste Mal in der jüngeren britischen Justizgeschichte, dass bizarre sexuelle Neigungen geahndet werden. 1993 wurde ein Elektriker wegen Beischlaf mit einem Pflasterstein verurteilt.

nsu

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

einzig fragwürdig ist hier die Tatsache, dass jemand für sowas verurteilt wird - wieso eigentlich? es ist doch niemand zu schaden gekommen?
manche brauchen eine Möhre, manche ein Fahrrad, so what?