Donnerstag, 22. November 2007

Quallen vernichten Lachsfarm

Ein riesiger Schwarm Leuchtquallen ist über eine Lachsfarm in Nordirland hergefallen und hat alle 100.000 Tiere getötet, berichtet der Betreiber. Das Meer sei rot von all den Quallen gewesen. Das massenhafte Auftreten der Tiere so weit im Norden könnte eine Folge des Klimawandels sein.

Die einzige Lachsfarm Nordirlands - innerhalb von nur sieben Stunden vernichtet. "Wir konnten nichts machen, überhaupt nichts", sagte John Russell, Geschäftsführer der Northern Salmon. Hunderttausende Leuchtquallen seien über die 100.000 Lachse der Farm hergefallen und hätten sie getötet. Ein Dutzend Mitarbeiter hätte mit drei Booten noch versucht, die Tiere zu retten. Vergeblich. "Es war beispiellos, absolut erstaunlich", berichtet Russell.

Leuchtqualle Pelagia Noctiluca: Große Schwärme lösen normalerweise an Mittelmeerstränden Besorgnis aus
Die Leuchtquallen, mit wissenschaftlichem Namen Pelagia noctiluca, hätten in einem dichten Schwarm die beiden 25 Quadratkilometer großen und zehn Meter tiefen Lachsnetze angegriffen. Alle Lachse seien an Stichen oder Stress verendet, bevor die Boote die Netze erreicht hätten, sagte Russell.

Bisher waren die Leuchtquallen eher als Plage für die Touristenstrände des Mittelmeers in Erscheinung getreten. Ihr massenhaftes Auftreten so weit im Norden in britischen und irischen Gewässern wird von Wissenschaftlern mit der Klimaerwärmung erklärt.

Nach britischen Medienberichten sind Quallenangriffe auf Fischfarmen an der britischen und der westirischen Küste schon öfter vorgekommen. Allerdings habe es sich dabei nicht um Leuchtquallen gehandelt.

Russell sagte, seine Firma, die ihren Fisch nach Deutschland, Frankreich, Belgien und die USA lieferte, werde wohl schließen müssen. "Es ist eine Katastrophe", sagte er. Die Lachse waren seinen Angaben zufolge rund 1,4 Millionen Euro wert.

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